Meine Musik-Postings auf Twitter (KW04)

Die zweite Woche meiner Twitter-Postings mit dem Hashtag #Aufwachsongs habe ich verlängert, damit ich montags mit der Woche anfangen kann. Meine Zusammenfassungen werden jeweils am frühen Sonntagnachmittag erscheinen können.
In der vergangenen Woche habe ich Erinnerungen an meine Punkzeit Ende der Siebziger Jahre gepostet.

Nach den fulminanten Sechzigern wurde die Popmusik immer langweiliger. Die Popmusiker und ihre Produzenten glaubten offensichtlich, dass Musik nur dann einen Wert hat, wenn sie sich der klassischen europäischen Tradition annähert. Mich hat das ziemlich gelangweilt. Und britischer Pub-Rock (dazu später mehr) war mir allemal lieber als die Rolling Stones oder Emerson, Lake & Palmer. Supertramp, ELO und wie die ständig im Radio gedudelten Bands alle hießen. Sie gingen mir auf den Geist. Der Ausbruch aus den gesellschaftlichen Konventionen wurde immer mehr vom Kommerz vereinnahmt.

Bis zu jenem denkwürdigen Konzert im SO36, bei dem ich ganz sicher einer der Zuschauer mit den längsten Haaren war, wurde ich immer frustrierter, was Rockmusik anging. Ich ging zum ersten Mal zu einem Konzert, das ein Freund von mir als etwas völlig Neues, nie Dagewesenes angekündigt hatte, zu einem Punkkonzert.

Das was ich an der Rockmusik liebte, das Direkte, das Ungeschminkte, das Unangepasste, ja, genau, diese nicht konformistische und teils oppositionelle Haltung gegen den herrschenden Unsinn, genau das war wieder da. Ungestüm und auf jede Virtuosität pfeifend hämmerten die Punks auf der Bühne in ihre Instrumente. Das war purer Rock ’n‘ Roll.

Doch ganz so schnell war ich nicht überzeugt. Meine Ohren hingen noch am virtuos gespielten Bluesrock à la Clapton und Co. Punk war da zu einfach, um als richtige Musik durchzugehen. Doch dann fiel mir eine Vinylscheibe von Wire in die Hände. Das war’s dann für mich. Ich war überzeugt von Punk, Postpunk, New Wave und wie diese neue Musik auch immer genannt wurde.

Samstag, 19. Januar 2019
Wire, eine der Punkbands der ersten Stunde, waren eine Band, die ihre Musik und ihren Stil rasend schnell entwickelte. Sie hatten auch diesen Tick an Intellektualität in ihrer Musik, die das Ganze rund machte. Ich war hin und weg und konnte mich kaum satthören. Für John Peel haben sie eine leicht abgewandelte Version von I Am The Fly aufgenommen.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Wire_(Band)

Sonntag, 20. Januar 2019
Noch einmal Wire. Ein weiterer Ohrwurm, den ich wochenlang hören konnte, ohne dass es mir langweilig wurde. Wire gibt es bis heute. Sie sind immer wieder auf Tour und veröffentlichen regelmäßig neues Material. Ihre Konzerte sind fast schon minimalistisch, zumindest die beiden, bei denen ich dabei war. Practice Makes Perfect. Ein Live-Mitschnitt aus dem Rockpalast. Leider haben sie es nie in die große Arena geschafft.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Wire_(Band)

Montag, 21. Januar 2019
Die Punk-Szene war zu jeder Zeit stark beeinflusst von Iggy Pop. Er sah sich selbst zwar nie als Punk oder Vorreiter, doch er war, seit er in den Sechzigern mit den Stooges die Musikszene aufschreckte, ein Enfant Terrible der populären Musik. Hier ein Titel, der noch aus seiner Zeit mit den Stooges stammt.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/The_Stooges und https://de.wikipedia.org/wiki/Iggy_Pop

Dienstag, 22. Januar 2019
The Ruts, so intensiv wie kurzlebig, konnten den frühen Drogentod ihres charismatischen Sängers Malcolm Owen nicht wirklich überstehen. Als Ruts DC machten sie weiter, konnten jedoch nie an ihre frühen Erfolge anknüpfen.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/The_Ruts

Mittwoch, 23. Januar 2019
Wir kommen dem Kern des bitischen Punk in den 70er Jahren nun sehr nahe. The Clash sind ein Urgestein der Anfangszeit des Punk in England. An ihnen führt kein Weg vorbei. Vor allem Joe Strummer ist eine Ikone des Punk und aus meiner Sicht hätte er die Aufnahme in die Hall of Fame des Rock verdient – The Clash wurden 2003 aufgenommen. Ein Titel von ihrer Debut-LP.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/The_Clash

Mein Special diese Woche kommt von den Beatsteaks, die Joe Strummer in ihrem Titel „Hello Joe“ einen Nachruf senden. Joe Strummer verstarb überraschend am 22. Dezember 2002 an einem Herzfehler. Hier zusätzlich noch eine Würdigung durch die Rockantenne Hamburg: https://rockantenne.hamburg/musik/specials/joe-strummer-portrait
Und hier der Song der Beatsteaks:

Donnerstag, 24. Januar 2019
The Sex Pistols sind die Verkörperung des Punk von der britischen Insel. Auf der anderen Seite aber auch eine Art Kunstprodukt, angeblich dem Hirn von Malcolm McLaren entsprungen. Wie dem auch sei, sie waren laut, aggressiv und provokant, der Inbegriff einer britischen Punk-Band der 70er Jahre.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Sex_Pistols

Freitag, 25. Januar 2019
Die etwas sonnigere Seite des frühen Punk vertraten The Members. Sie kombinierten in einer gelungenen Art Punk mit Reggae. Eine ähnliche Richtung, wie sie The Police später zu Weltruhm verhalf.
Wikipedia (Englisch): https://en.wikipedia.org/wiki/The_Members

Samstag, 26. Januar 2019
Magazine, eine der frühen Post-Punk-Bands, kombinierten die Energie des Punk mit eher poetischen Texten. Sänger Howard Devoto hatte die Gruppe ins Leben gerufen, nachdem er die Buzzcocks verlassen hatte. Möglicherweise war ihm der Punk etwas zu eingleisig.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Magazine

Sonntag, 27. Januar 2019
Zum Abschluss meiner Punkwoche die den Punk ins Rollen gebracht hat: The Ramones. Sie orientierten sich an Bands wie The Who oder The Stooges und wollten einfach unkomplizierte Rockmusik spielen. Leider hatten sie nie den Erfolg, den sie verdient hätten. Den hatten dann Bands wie Greenday oder The Offspring.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ramones

Die nächste Woche werde ich anlässlich der neuen Produktion der Blood Red Shoes diese Gruppe vorstellen. Ihr neuestes Werk ist ihr bisher reifstes. Sie werden am 5. Februar 2019 in Berlin auftreten.

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