Gedanken zu The Ceiling von The Lottery Winners
Ich hatte bereits erzählt, wie sehr mich Musik inspiriert. Heute habe ich genauer in den Song The Ceiling von The Lottery Winners hineingehört. Diese Indie-Rock-Band aus dem Großraum Manchester hat mich besonders mit der Zeile „You deserve to be happy / Du verdienst es, glücklich zu sein“ aufmerksam gemacht. Ich denke: Jeder Mensch verdient es, glücklich zu sein. Doch Glück kommt nicht von allein – nicht durch einen Lottogewinn und auch nicht durch das Identifizieren mit angesagten Marken.
The Lottery Winners spüren in ihren Texten ihrer eigenen Jugend nach. Auch ich fühlte mich an jene Zeit erinnert, in der ich mich unverstanden, frustriert und genervt von meiner Umwelt erlebte. Irgendwie fehl am Platz. Die meisten wollten etwas von mir, das ich weder geben wollte noch konnte. Ich sehnte mich nach Anerkennung und Wertschätzung – ohne die Erwartungen anderer erfüllen zu müssen.
Dann kommt dieser Song mit Zeilen wie:
„This song is for someone who with each passing day is growing more and more afraid; more lost, more dismayed, displaced and way laid. / Dieser Song ist für jemanden, der mit jedem Tag mehr Angst bekommt; verlorener, entmutigter, fehl am Platz und ausgebremst.“
Damit laden sie all jene ein, die ähnlich empfinden. Und bringen es auf den Punkt:
„Extra terrestrial aliens on earth on an everlasting search to find somewhere to belong / Wie ein außerirdisches Wesen auf der Erde, auf einer endlosen Suche nach einem Ort, an dem es dazugehört.“
Mir gefällt vor allem, dass mir in keinem Moment gesagt wird, was ich zu tun hätte, um glücklich zu werden. Es geht auch nicht darum, Gefühle klein zu reden oder sie mit einem schnellen „Kopf hoch“ wegzuwischen. Der Song lässt sie da sein – und lädt dann dazu ein, innerlich einen anderen Blick einzunehmen. Auch wenn die Welt grausam zu dir sein kann, hast du die Chance, dich nicht davon definieren zu lassen. Du darfst zu deinen Gefühlen stehen, aber du solltest dir auch erlauben, zu wachsen und zu heilen. Denn es geht immer weiter – also bleib dran und mach weiter (Keep on keeping on). Nichts ist endgültig. Jeder hat die Möglichkeit, sein Leben selbst zu gestalten.
Der Song The Ceiling stammt vom Album KOKO – ein Akronym für Keep On Keeping On. Diese Aufforderung, weiterzumachen, zieht sich durch mehrere Songs. Die Band macht deutlich, dass es andere Wege gibt, als ständig über das zu klagen, was wir im Leben als negativ empfinden. Vielmehr laden sie dazu ein, sich vorzustellen, man sei eine Pusteblume im Gras, ohne Gedanken, einfach nur in Stille. Der Wind bläst alle Probleme hinweg – widerstandslos, als existierten sie nicht. Eine klare Aufforderung, hinderliche Gedanken loszulassen. Fast wie in einer Meditation.
The Ceiling macht für mich deutlich, wie Musik mehr sein kann als bloße Unterhaltung. Der Song hält die Schwere aus, ohne sie kleinzureden, und öffnet gleichzeitig Bilder, die uns einen neuen Blick auf das eigene Leben schenken. Er erinnert daran, dass nichts endgültig ist, dass wir wachsen und heilen dürfen – und dass es immer weitergeht. Vor allem aber bleibt am Ende diese einfache, klare Zusage: Jeder Mensch verdient es, glücklich zu sein.
Hinweise & Links
- Ein Angebot zum Weiterdenken, zum Sich-in-Träumen-loslösen, zum Finden eines eigenen Weges. Gedanken zu einem gelingenden Leben. Wer sich um die eigene Weiterentwicklung bemüht – nicht nur daran denkt, sondern auch etwas dafür tut – kann mit diesen Gedanken arbeiten oder auch nicht. Der Song beginnt mit dem Hinweis: „Dieser Song ist für jemand, aber ich hoffe, das bist nicht du.“ Dasselbe hoffe ich für meinen Text. Ich hoffe, dass du solche Überlegungen nicht mehr brauchst. Trotzdem freue ich mich über jeden Kommentar.
- YouTube (kein richtiges Video): https://www.youtube.com/watch?v=PgCe-4t4sqk
- Musik als mein Lebensbegleiter
- „Look Left“ – Wenn der Schein trügt und wir nicht merken, wohin wir schauen
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