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Was mich antreibt — 3 Kommentare

  1. Sehr schön. Doch die Freiheit konntest Du nur so erleben und schätzen, weil es die Grenzen gab, welche Dir durch die Erwachsenen gesetzt wurden. Wer als Kind in einer Zeit groß wird, in der er ständig nach seiner Meinung und nach seinem Wollen gefragt wird, für den gibt es viel weniger Freiheit. Die braucht ein solches Kind ja nicht, es hat doch schon alles. Ich finde Deine Sicht interessant und denke, viele aus der Generation haben es ähnlich erlebt. Was werden wohl die Kinder sagen, die heute alles mitentscheiden müssen, wenn sie groß sind?

    • Alles hat seinen Gegenpol, auch die Freiheit. Und natürlich konnte ich die Freiheit nur deswegen wirklich schätzen lernen, weil es diese vielen Einschränkungen gab. Dadurch wurde mein Freiheitsdrang sehr stark angestachelt. Aber Freiheit ist weit mehr … vielleicht werde ich mal etwas dazu schreiben, was Freiheit insgesamt für mich bedeutet.

      Was die Kinder betrifft, sehe ich es nicht so. Heutzutage sind die Manipulationen viel versteckter. Freiheit wird nicht mehr hinterfragt. Meinung und Wollen können manipuliert sein. Daraus wird sich die Schwierigkeit ergeben, eine Freiheit zu erlangen, die auch den Mitmenschen Freiheit zugesteht. Für mich die wichtigste Grenze der persönlichen Freiheit.

  2. Lieber Heiner, ach Du sprichst mir so aus der Seele! Auch ich wurde schüchtern durch die „gut gemeinten Einschränkungen“ der Außenwelt, das fing schon im Kindergarten an, in dem ich ein Pflaster auf den Mund geklebt bekam, weil ich angeblich zu laut war. Was für ein Schock für ein kleines Kind, das von seiner Mutter nur Respekt und Empathie kannte! Von der Schule will ich gar nicht reden, ich wurde so schüchtern, dass ich mich permanent hinter meinem Vorderkind versteckte. Ein Alptraum. Ich selbst habe 4 Kinder, und wir war immer wichtig dass sie sich genau so als Mensch ernst genommen fühlten wie ein Erwachsener. Ich bin nicht besser, schlauer, weiter, oder sonst was als ein kleines Kind – ich bin nur anders. Auch mich treibt Freiheit an, ich war so erleichtert aus diesen Zwangsinstitutionen gekommen zu sein, dass ich es später nie wieder wirklich geschafft habe, mich auf ein Leben als Angestellte einzulassen. Seit 2004 bin ich selbstständig und kämpfe mit Vergnügen Tag für Tag ums finanzielle Sicherheiten. Als alleinverantwortliche Familienernährerin weiß ich wie schwer es in traditionellen Familien für Männer ist, den Wohlstand ihrer Liebsten abzusichern – meine Hochachtung! Meine sind nun alle erwachsen und ich empfinde das sehr als Erleichterung. Freiheit wird mir also wohl nicht mehr genommen – höchstens durch Pflegebedürftigkeit – aber das macht mir keinen Kummer. Da findet sich schon eine Lösung 😉

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